Burg Zichow

Landkreis Uckermark

Das heutige Schloss erhebt sich über den Grundmauern der mittelalterlichen Burg
Das heutige Schloss erhebt sich über den Grundmauern der mittelalterlichen Burg

Der Ort Zichow selbst erscheint 1288 erstmals auf einer Urkunde des Klosters Gramzow. In dieser treten die Prämonstratensermönche einen bei Zichow gelegenen Holzeinschlag an Gramzower Bürger ab. Erwähnt wird dabei auch ein Otto von Zichow. Die dortige Burg reiht sich ein in die Linie von Befestigungen am Rand der Niederungen von Welse und Randow wie Passow und Vierraden und dürfte mit ziemlicher Sicherheit schon im 13. Jahrhundert zusammen mit dem Dorf entstanden sein.
1354 taucht sie dann als veste Zcichow erstmals in den schriftlichen Quellen auf, als sie mit weiteren Teilen der Uckermark von Brandenburg an Pommern abgetreten wird. Auch spätere Urkunden erwähnen das castrum. In pommerschen Schadensrechnungen werden von den Anhaltinern vor Czychow genommene Pferde und Vieh erwähnt. Ebenfalls erscheint 1437 ein her Hasse von Blankenborch, ridder to Czichow. Die von Blankenburg gehören um diese Zeit zu den wichtigsten Adelsfamilien der Uckermark. Den Hohenzollern gelingt 1447 die endgültige Rückeroberung. Friedrich der Ältere bekommt mit der Uckermark auch das Sloß Zichow. Da bei dem verschwenderischen Fürsten das Geld stets knapp ist wird dieses verpfändet und gelangt so noch vor 1456 an die von Arnim. Bis 1945 bleibt es im Besitz des weitverzweigten märkischen Adelsclans. Danach beginnt die für die Bausubstanz nicht gerade günstige Nutzung als Notunterkunft, Kindertagesstätte und Kantine. Auch nach der Wende findet sich kein wirklich zahlungskräftiger Investor für das Objekt. Immerhin gelingt es der Gemeinde und engagierten Bürgern genug Geld aufzutreiben um das Dach zu erneuern und den umliegenden Park wieder herzustellen.

Burgturm von Zichow im 19. Jahrhundert auf einer Skizze aus dem Nachlass Ferdinand von Quasts (Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 303, Abb. 185.)
Burgturm von Zichow im 19. Jahrhundert auf einer Skizze aus dem Nachlass Ferdinand von Quasts (Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 303, Abb. 185.)

Von der mittelalterlichen Anlage ist nur der runde Backsteinturm auf seinem Feldsteinfundament geblieben. Schon 1527 wurde er als „Alter Turm“ bezeichnet. Der Zugang zu seinem Inneren befindet sich in ungefähr 10 m Höhe und erfolgte ursprünglich sicher über eine im Verteidigungsfall leicht abzubrechende Holztreppe. Eine Skizze aus dem Nachlass Ferdinand von Quasts, Architekt, Kunsthistoriker und erster preußischer Staatskonservator aus dem 19. Jahrhundert zeigt den Turm mit noch unversehrter Abschlussgestaltung. Diese war schon zur Zeit der „Kunstdenkmäler“, 1909, nicht mehr vorhanden.
Wohl genau dem früheren Verlauf der Burgmauern spiegeln die beiden Schlossflügel wieder. Sehr wahrscheinlich wurden sie auf den alten Fundamenten errichtet. Dafür spricht zum einen das überraschend starke Mauerwerk aber auch die geringe Breite der Flügel. Eine Inschrift an der Gartenseite des Hauptflügels gibt Auskunft über den Zeitpunkt des Umbaus: Ex ruinis 1745 restituta. Damals war die mittelalterliche Burg, die sicher seit ihrer Entstehung mehrere Umgestaltungen erlebt hatte, durch einen Brand verwüstet worden.

nach:
 

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
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