Wolfshagen

Landkreis Uckermark

Merian-Stich um 1650 (nach: Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 374, Abb. 329)
Merian-Stich um 1650 (nach: Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 374, Abb. 329)

Ein Stich Merians aus der Zeit um 1650 zeigt Burg Wolfshagen bereits als Ruine und vollkommen von Wasser umgeben. Doch dürfte letzteres nur ein zeitweiliger Zustand gewesen sein und das gegenwärtige Bild mehr den mittelalterlichen Verhältnissen entsprechen. Gern legte man damals Niederungsburgen am Rand von Seen oder Sümpfen an.

Spärlich nur sind die schriftlichen Nachrichten über die Geschichte Wolfshagens. Sicher dürfte sein, dass die Burg, im oftmals umstrittenen Grenzgebiet zwischen Mecklenburg und der Mark gelegen, zur Sicherung Brandenburgischer Besitzansprüche ebenso diente wie das nahe gelegene durch Seen und – bis heute größtenteils erhaltene – Stadtbefestigung geschützte Städtchen Fürstenwerder. Erstmals erscheint Wolveshagen 1292 in den Quellen. Aus einer Urkunde vom 25. Februar 1384 erfahren wir, dass sich zu dieser Zeit die Knappen von Klützow und von Blankenburg tu Wulfshagen aufhielten. Es sind dann auch die Blankenburger, die noch mehrmals in Schriftstücken des 15. Jahrhunderts als mit der Burg belehnt in Erscheinung treten. Spätestens zu dieser Zeit verloren die klassischen mittelalterlichen Burgen ihre Bedeutung. Der modernen Schwarzpulverartillerie waren sie in keiner Weise gewachsen.
Heute ist die mittelalterliche Burgruine Wolfshagen Teil des im 19. Jahrhundert von Peter Joseph Lenné rund um den dortigen Haussee angelegten Parks. Immerhin erspart ihr das den etwas eigenartigen Zustand, in dem sich die sehr ähnliche Anlage von Vierraden, nördlich Schwedts an der Oder, heute befindet. Umgeben von einem Wassergraben, am Seerand gelegen, erhebt sich die Burg auf einem ca. 4 m hohen rechteckigen Plateau von gut 36 x 28 m. Besonders der schlanke Backsteinturm ist es, der den Blick des Besuchers auf sich zieht. Auch Teile der Außenmauern sowie im Innern liegender Gebäude ragen stellenweise noch mehrere Meter in die Höhe. Anhand der Mauerreste lässt sich so nicht nur der Grundriss des gesamten Bauwerks sondern auch Ausdehnung und mit gewissen Einschränkungen die Funktion seiner einzelnen Teile feststellen.

Burg Wolfshagen an der Stepenitz (Umzeichnung nach Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 382, Abb. 337 u. 338.)
Burg Wolfshagen an der Stepenitz (Umzeichnung nach Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921. S. 382, Abb. 337 u. 338.)

Der Turm selbst ist an keiner Stelle mit anderen Gebäuden verbunden. Seinen hoch liegenden Zugang umgibt eine Reihe von Balkenöffnungen. So war er wohl nur über eine hölzerne Brücke oder Galerie zu erreichen. Bis zum Jahr 1900 konnte man seine 7 inneren Stockwerke noch mit Leitern ersteigen. Die Enge im Innern und das Fehlen von Lichtöffnungen zeigen deutlich, dass es sich um keinen Wohnturm gehandelt hat. Er diente wohl ausschließlich als Warte und letzte Verteidigungslinie, sollte der anstürmende Feind es bis in den Burghof geschafft haben. Allerdings melden uns die erhaltenen Quellen keinerlei kriegerische Vorkommnisse im Zusammenhang mit Burg Wolfshagen.

nach:

Blunck/Eichholz, Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 1.1. Kreis Westprignitz. 1909.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000


und nah dabei:

Hinweis2

Dorfkirche Schlepkow
Dorfkirche Hetzdorf

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …