Burgenland Brandenburg

Schon in der Jungbronzezeit vor gut 3000 Jahren werden in dem Landstrich, der einmal Brandenburg heissen soll, die ersten Befestigungen angelegt. An der Oder in Lebus und bei Lossow genau wie am Lehnitzsee bei Potsdam.

Früheisenzeitlicher und slawischer Burgwall von Lossow an der Oder
Früheisenzeitlicher und slawischer Burgwall von Lossow an der Oder

Bei den eisenzeitlichen Germanen ist dann erst einmal Pause, bis nach deren Wegzug während der Völkerwanderung die nun einwandernden Slawen die Bautätigkeit wieder aufnehmen. Bald überzieht ein ganzes Netz unterschiedlich großer Anlagen das Gebiet zwischen Elbe und Oder. Teilweise nutzen sie dabei die selben Plätze wie die Menschen der Bronz- und Frühen Eisenzeit. So entstehen wieder imposante Holz-Erde-Mauern in Lebus, Lossow und Krampnitz. An einige Orte wie Brandenburg, Spandau und Köpenick bilden sich frühstädtische Anlagen. Dort konzentrieren sich Handwerk und Handel, sitzen überregionale Fürsten wie Jaxa von Köpenick oder Pribislaw-Heinrich in Brandenburg, wo sich auch auf dem Harlungerberg das zentrale Heiligtum des Gottes Triglaw befindet. Im Zuge des Landesausbaus im 12. und besonders im 13. Jahrhundert werden daraus die ersten Städte entstehen. Die weitere Entwicklung der genannten Orte hat alle oberirdischen Spuren der Burgen verschwinden lassen. Dort aber wo diese Anlagen, wann und aus welchen Gründen auch immer, aufgegeben und nicht mehr genutzt wurden, sind sie noch heute eindrucksvolle Denkmäler in der Landschaft. So die Wallanlagen auf dem Sporn von Reitwein oder der Burgwall von Riewend am gleichnamigen See.

Bischofsburg Wittstock als Teil der Stadtbefestigung
Bischofsburg Wittstock als Teil der Stadtbefestigung

Askanier, Wettiner, die Magdeburger Erzbischöfe und auch viele kleine, heute vergessene Adelsgeschlechter schufen im Zuge des Landesausbaus ein neues Burgensystem. Oft nutzten sie dabei slawische Vorgängeranlagen oder bauten in deren Nähe. Diesmal ging es darum die eigenen Herrschaft abzusichern gegen die unterworfenen Slawen, gegen Mecklenburger, Pommern, Wettiner und das Magdeburger Erzbistum. Gleichzeitig waren die Burganlagen zeitweilige Aufenthaltsorte der Markgrafen gleich den Königs- und Kaiserpfalzen auf Reichsebene. Mit dem Aufkommen der Schwarzpulverwaffen verloren die Burgen ihren fortifikatorischen Wert, dienten nur noch der Repräsentation, wurden zu Schlossanlagen umgebaut oder dem Verfall preisgegeben.

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …