Burg Golßen

Landkreis Dahme-Spreewald

Blick von der B 96 auf die ehemalige Burganlage

Aus einer Urkunde vom 21. Oktober 1276 erfahren wir erstmalige etwas über das Städtchen Golßen, heute gelegen an der B 96 zwischen Baruth und Luckau südöstlich von Berlin. Zu der Zeit ist das dortige Gut im Besitz von Burggrafen aus dem Haus Wettin. 1301 wird dann ein castrum Golßen und 1372 eine Veste Golssin, also die Burg, an diesem Platz erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wechseln sich eine ganze Reihe von Adelsgeschlechtern, darunter auch die von Knobelsdorf und von Bredow in der Herrschaft ab. Zeugnis davon ist das Schloss aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

 

Die einzige oberirdisch erhaltene Hinterlassenschaft aus der frühen Geschichte Golßens liegt direkt gegenüber der „Straße der Einheit“ die vom Markt kommend hier in die B 96 mündet. Es handelt sich dabei um eine denkmalgeschützte Burganlage, ein annähernd rechteckiges Plateau südwestlich-nordöstlicher Ausrichtung. Gut ist noch der das Bodendenkmal umgebende Wassergraben zu erkennen. An seinem nordöstlichen Ende wurde es zusätzlich erhöht und bot so Platz für eine Turmhügelburg. Bei Straßenbauarbeiten im Südwesten traf man auf Holzpfähle, wohl Reste einer Brückenkonstruktion über die vom Städtchen aus die Vorburg zu erreichen war. Auf dem Gelände der Burg selbst und auch aus ihrer Umgebung wurden bei planmäßigen Untersuchungen zahlreiche Scherben geborgen bei denen es sich sowohl um Mittel- und Spätslawische- wie auch Frühdeutsche Keramik handelt. Dies erlaubt eine Datierung der Nutzung des Platzes vom 10. bis ins 13. Jahrhundert.

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Und so lässt sich auch ein ungefährer geschichtlicher Ablauf rekonstruieren. Wie an vielen anderen Orten zwischen Elbe und Oder entstand auch hier eine slawische Burganlage, die dann im Zuge der deutschen Ostexpansion an die aus dem Süden vorrückenden und mit den Askaniern konkurrierenden Wettiner ging. Diese bauten die Feste zur Turmhügelburg mit Wirtschaftsbereich aus. Gleichzeitig entwickelte sich im Schutz der Burg eine Siedlung. Scheinbar verlegte man spätestens gegen Ende des 13. Jahrhunderts die Burg an den Ort des heutigen Schlosses. Es ist durchaus möglich, dass sich dort unter dem Boden, wie auch am Schloss des benachbarten Baruths festgestellt, noch Reste des mittelalterlichen Vorgängers verbergen.

nach:

Amtsblatt für den Landkreis Dahme-Spreewald, Nummer 17, 2010, Benachrichtigung über die Eintragung von Bodendenkmalen in die Denkmalliste des Landes Brandenburg auf dem Gebiet des Landkreises
Wikipedia

 

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