Dolgelin

Landkreis Märkisch-Oderland

Nur Außenmauern und Giebel überstanden die letzten Kriegswochen 1945
Nur Außenmauern und Giebel überstanden die letzten Kriegswochen 1945

Die letzten schweren Kämpfe des Frühjahrs 1945 führten gerade im Landstrich zwischen Oder und Berlin zu beträchtlichen Zerstörungen. Oft waren besonders die Kirchen davon betroffen. So blieb von manchen nur ein Trümmerhaufen oder sie stehen heute als mahnende Ruine in ihren Dörfern – so auch in Dolgelin.
Erstmals erwähnt wird der Ort im Jahr 1321. Ursprünglich gehörte er den Templern der Lietzener Komturei und ging nach Auflösung des Ordens in den Besitz der Johanniter über.

Seine Kirche ist ein einfacher Saalbau mit eingezogenem Chor und geradem Ostabschluss. Außenmauern und beide Giebel stehen noch aufrecht, der erst 1867 angefügte Backsteinturm wurde 1965 gesprengt und ist nur noch in Resten an der Westseite erkennbar.
Errichtet wurde der ursprüngliche Bau aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk. Neben diesem Umstand und dem Grundriss liegt zur genaueren Altersbestimmung noch ein Dendrodatum von einem Außenbalken vor. Danach wurde die Kirche um das Jahr 1304 +/- 10 errichtet. Grabungen im Sommer 2000 erbrachten den Nachweis eines ebenfalls festen kleinen Vorgängerbaus sowie vielleicht noch einer diesem vorausgehenden Holzkirche.
Erwähnenswert sind zwei weitere Details. So finden sich im Mauerwerk des Chorinneren drei große Kugeltöpfe aus harter Grauware. Diese wurden als Schalltöpfe – quasi eine mittelalterliche Verstärkeranlage – eingemauert. Zwei Kreisblenden am Westgiebel zeigen Ritzungen im Putz. Dargestellt sind ein Bischof und eine gekrönte Person mit Buch und Palmwedel.

nach:

B. Wittkopp 2005

Förderverein Dorfkirche Dolgelin e.V.

Ausbau 8
15306 Gusow-Platkow
Märkisch-Oderland Brandenburg Germany

Tel.: 03346 845455

 

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