Mühlberg/Elbe – Zisterzienserinnenkloster

Landkreis Elbe-Elster

Sieht man auf Mühlbergs Stadtplan oder flaniert einfach im Bereich der Altstadt, so dürfte es über die räumliche Verknüpfung der Klosteranlange mit der kleinen Stadt kaum Zweifel geben. Nicht viel anders verhält es sich da auch mit beider Geschichte.
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts ist Mühlberg eine von vielen Burgen entlang der Elbe, in deren Schatten und Schutz sich in der unmittelbaren Umgebung eine Siedlung entwickelt. Und natürlich gehört zu diesem Platz auch ein Kirche. Herren von Feste und Ort sind die von Ihleburg, Lehnsleute der Meissner Markgrafen.

 

Eine Klostergründung ist gut für das Seelenheil, adlige Damen die nicht verheiratet werden finden so eine Bleibe und gerade Zisterzen generieren oft ein bedeutendes ökonomisches Potential. Und das fördert wieder den Landesausbau.
Im Fall des Zisterzienserinnenklosters Mühlberg haben sich, im Gegensatz zu vielen anderen Orten, über 100 schriftliche Zeugnisse seiner Geschichte erhalten. Das erste dieser liegt sogar im Original vor. Am 28. Januar 1228 gestattet Markgraf Heinrich von Meißen Bodo und Otto von die Ecclesia in Mvleberch (Pfarrkirche in Mühlenberg) auch für das entstehende Kloster zu nutzen. Zwei Jahre später dann bekommen sie die Lehnshoheit über die Zisterze. Ausgelegt ist das Stift wohl für 30 Schwestern, über deren Herkunft allerdings nichts Näheres bekannt ist.
Kurze Zeit später, nämlich bereits 1232 erfolgt eine Visitation im Auftrag Papst Gregor IX., an der unter anderen auch der Meissner Bischof Heinrich beteiligt ist. Für die Herren scheint es damals keinen Grund zur Klage gegeben zu haben.

 

Schon in den folgenden Jahrzehnten wächst der Besitz des Klosters kontinuierlich, besonders natürlich durch großzügige Schenkungen der Ihleburger. Bis hinein ins 15. Jahrhundert erweitern die Nonnen ihren Besitz und runden ihn ab. Aber es gibt auch Zeiten der Spannungen zwischen den Häusern Ihleburg und Wettin. Und so kauft Kaiser Karl IV. das Amt Mühlberg und nimmt 1364 das Kloster unter seinen persönlichen Schutz und bestätigt des weiteren die von Ihleburg zu als dessen Stifter und Schirmer. Unklar bleibt, ob das Kloster 1430 tatsächlich von den bis Brandenburg vorgedrungenen Hussiten gebrandschatzt wurde.
Das tatsächliche Ende für das Stift kam, wie für die meisten Klöster zwischen Elbe und Oder mit der Visitation, hier unter Herzog Heinrich von Sachsen, der 1536 zum protestantischen Glauben übergetreten war. Angeblich sollen die Nonnen sogar aus Protest in der Kirche Feuer gelegt haben. Zwar ließen sich geringe Schäden aus dieser Zeit am Bau nachweisen, ob dies aber wirklich auf das Konto wütender Schwester geht bleibt unklar.
Überstürzt jedenfalls fand wohl nichts statt. Immerhin gab es Abfindungen mit denen einige Nonnen 1544 Mühlberg verließen. Und erst 1559 ziehen die verbliebenen Schwestern zusammen mit ihrer Äbtissin Katharina von Pack ins Heilig-Kreuz-Kloster bei Meißen um.

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …