Klockow

Landkreis Uckermark

klockow_norden

Erstmals erwähnt wird Clockow 1255 in einer Urkunde des Bischofs von Kammin. Fünf Jahre später tauscht Bischof Hermann den Ort gegen die Dörfer Wollschow und Menkin mit den Markgrafen. Aus dem Jahr 1363 stammt die Nachricht, dass hier der Lehnsmann Zacharias von Hase begütert ist. Das Landbuch Kaiser Karl IV. verzeichnet dann die ansehnliche Landausstattung von 63 Hufen. Dazu kommen noch 34 Kossätenstellen, von denen allerdings nur noch 4 besetzt sind – ein deutliches Zeichen der Krise im 14. Jahrhundert. Der Name lässt sich aus dem Slawischen ableiten und verweist auf einen Mann namens Klok – vielleicht den Gründer.

 

Klockows Kirche liegt erhöht auf den teilweise von einer Feldsteinmauer umgebenen Friedhof. Schiffsbreiter, querrechteckiger Westturm und Schiff mit geradem Ostschluss bilden den Grundriss. Im Nordosten trifft man auf die Reste eines wohl gleichzeitigen Sakristeianbaus. Ein verputzter eingezogener Turmoberteil mit verbretterter Laterne darüber krönt das Bauwerk im Westen. Saal und Turm wurden aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk errichtet. Beide Bauglieder umzieht ein ungeschrägter Sockel, der aber teilweise unter dem heutigen Laufhorizont liegt.
Die seitlichen Fenster scheinen mehr oder weniger ihre mittelalterliche Form bewahrt zu haben. Gleiches gilt für die Öffnungen der Dreifenstergruppe im Osten. Zwei Blenden im verputzten Giebel darüber lassen sich dadurch nicht einordnen, könnten aber auch aus dem Mittelalter stammen.
Im Westen erfolgt der Zugang durch ein dreistufiges Spitzbogenportal. Ein zweistufiges zugesetztes Gemeindeportal liegt auf der Südseite. Eine weitere Pforte hier dürfte neuzeitliche sein. Vermauert ist ein großes Portal auf der Nordseite.
Grundriss und Mauerwerksausführung sowie der Sockel und die Form der noch erhaltenen Öffnungen sind typisch für die ländliche Sakralarchitektur der Uckermark in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. All das findet sich auch an Klockows Gotteshaus und macht so die zeitliche Einordnung leicht. Neuzeitliche Veränderungen fielen nicht allzu drastisch aus. So sind eigentlich auch die später errichteten, meist barocken Turmoberbauten gang und gebe. Der in Klockow stammt aus dem Jahr 1751. Letzte Renovierungsarbeiten erfolgten 1990/91.

nach:

Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005

 
und nah dabei:

Hinweis2

Megalithgrab Neuenfeld
Megalithgrab Schönfeld
Dorfkirche Kleptow
Dorfkirche Tornow
Dorfkirche Schönfeld

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …