Seddin

Landkreis Prignitz

Der freistehende Turm ersetzt einen zerstörten mittelalterlichen Vorgänger

Cedyn erscheint 1352 erstmals auf einer Urkunde, die uns darüber unterrichte, dass ein Ritter Johann Wardenberg hier ansässig ist. 1403 ist daraus dann schon Sedyn geworden. Ein Name, der sich wohl aus dem Slawischen ableitet und das Dorf eines Mannes namens Schida bezeichnet.

Die Dorfkirche besteht aus Schiff und eingezogenem Chor mit geradem Ostabschluss. Südöstlich davon erhebt sich, einzeln stehend, ein barocker Glockenturm. Dieser ersetzt den 1739 zerstörten Westturm. So erklärt sich auch, dass die Westseite des Kirchenschiffs komplett in Fachwerk-Backstein-Technik erneuerte wurde. Ansonsten zeigt das Mauerwerk des Gotteshauses noch relativ gut erkennbare Lagen einfach gespaltener Feldsteine. Dabei ist es am Chor etwas regelmäßiger, während beim Schiff kleinteilige Zwischenlagen auftreten. Ein deutlicher Hinweis, dass beide Bauglieder nicht zeitgleich errichtet worden sein dürften. Im Süden werden die Schiffswände durch 2 mächtige Strebepfeiler gestützt. An den Chor angefügt findet sich eine neuzeitliche Eingangshalle mit dem für das späte 19. und beginnende 20. Jahrhundert typischen mosaikartigen Feldsteinmauerwerk, errichtet 1904. Die Sakristei auf der Nordseite dagegen ist spätgotisch.
Alle Fenster wurden korbbogig vergrößert. Nur auf der Südseite befindet sich noch eine vermauerte, jetzt als Blende erscheinende Öffnung. Ebenfalls ist im Osten noch das mittlere Fenster der Dreifenstergruppe erkennbar. Die mittelalterlichen Portale sind verschwunden. Der Zugang auf der Schiffssüdseite, sicher vormals das Gemeindeportal ist zugesetzt und hat einen Stichbogenabschluss. Scheinbar wurde es schon vor seiner Aufgabe einmal neuzeitlich verändert während die ehemalige Priesterpforte hinter der modernen Eingangshalle verschwand.
Nach Ausweis des unterschiedlichen Mauerwerks wurde wohl der Chor des Baus zuerst noch zu Beginn des 14. Jahrhunderts errichtet. Mit gewissem Abstand folgte dann das Schiff und der später zerstörte Westturm. Vielleicht veränderte man im Zuge des Wiederaufbaus auch die Fenster und fügte die Strebepfeiler an. Der letzte größere Umbau erfolgte dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Eingangshalle im Süden dazu kam.

nach:

Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 1.1. Kreis Westprignitz. 1909.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin

 
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