Würdenhain

Landkreis Elbe-Elster

Erstmals 1346 erscheint das Dorf als Werdenhayn in den schriftlichen Aufzeichnungen. 1675 findet sich dann die heutige Schreibweise. Für Bedeutung des Namens ist jedoch die Erstnennung ausschlaggebend. In ihr steckt der Begriff „Werder“ als Insel oder Erhebung in einem feuchten Gebiet. Tatsächlich umgeben Arme von Schwarzer Elster und Röder den Ort. Zur Zeit seiner Gründung dürfte das auch eine wichtige Schutzfunktion gewesen sein.

Das Würdenhainer Gotteshaus, heute komplett verputzt, ist im Kern ein mittelalterlicher Backsteinbau, wohl aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich handelte es sich um einen langgestreckten Saal mit Dreiseitenschluss im Osten. Auf der Südseite findet sich, wenn auch vermauert, als einziges äußerliches Zeichen mittelalterlicher Herkunft, noch eins der ursprünglichen Spitzbogenfenster. Weiterhin trifft man hier auf die Jahreszahl 1577. Zu dieser Zeit wurde der westliche Schiffsbereich zum Turm umgebaut. Die Tür am Sakristeianbau im Osten trägt die Aufschrift: „A. G. B. 1699“.
Eine weiter Umgestaltung fand statt, als man 1747 die Fenster der Südseite vergrößerte und dem Turm einen neuen Aufsatz gab, der jedoch 1972, aus dieser Zeit stammt auch der aktuelle Verputzt, wieder abgetragen wurde.
Bemerkenswert im Inneren des flachgedeckten Raumes ist das Portal zur tonnengewölbten Sakristei auf der Nordseite mit seiner Profilierung. Weiterhin der spätgotische, barock gerahmte Schnitzaltar, eigentlich zusammengefügt aus zwei Altären. Der untere aus der Zeit um 1470 stammende zeigt die von 4 weiblichen Heiligen flankierte Marienkrönung. Auf der linken Seite stehen Barbara und Margarethe, zur Rechten Katharina und Ursula. Auf die Flügelaußenseiten gemalt finden sich Verkündigungsszenen. Im Oberen, datiert um 1430, wurde die ursprüngliche Anordnung verändert. In der Mitte stehen die Jungfrau Maria und ein Heiliger gerahmt von kleineren Heiligenfiguren. Dazu hat sich noch eine Sandsteintaufe des 15. Jahrhunderts erhalten.

nach:

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005.

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …