Worin

Landkreis Märkisch-Oderland

Worins kleine Kirche am Hang von Südosten. Der Turm dürfte neuzeitlich sein

1226 übereignet der fromme polnische König Heinrich der Bärtige dem von ihm im Naumburg am Bobr gegründeten Augustinerkloster Land westlich der Oder. Die Mönche legen dort den Wirtschaftshof Waryne an. Ein Name, der sich aus dem Slawischen ableiten lässt und die Siedlung eines Mannes namens Wara bezeichnet. Unklar bleibt, ob die klösterliche curia in Nachbarschaft einer bestehenden slawischen Siedlung entstand oder hauptsächlich von Slawen bewirtschaftet wurde.

Auf den ersten Blick erschließt sich die mittelalterliche Herkunft der Woriner Kirche nicht mehr. Der kleine Rechtecksaal steht am Südhang eines Hügels über dem Dorf auf dessen Kuppe nördlich der Kirche der Friedhof liegt. Im Westen erhebt sich ein eingezogener Turm mit verbrettertem Obergeschoss und steilem Pyramidendach über dem Schiff. Das gesamte Bauwerk ist verputzt und weiß gestrichen. Allerdings lässt sich unregelmäßiges Feldsteinmauerwerk unter der nicht allzu dicken Putzschicht erkennen. Bis auf eine gestufte Spitzbogenpforte mit Backsteingewände auf der Südseite wurden alle Öffnungen barock verändert. In die Außenwände sind 3 Inschriftengrabsteine der Familie Hohendorff aus dem 17. und 18. Jahrhundert eingelassen. In dieser Zeit dürfte auch die kleine Kirche umgebaut worden sein. Ihre Innenausstattung entstammt hauptsächlich der Mitte des 19. Jahrhunderts.

nach:

Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. IV, 1. Lebus. 1909.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …