Weißack (Wusoka)

Landkreis Dahme-Spreewald

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Erstmals im Jahr 1275 erscheint das Dorf als Wizok auf einer Urkunde. Der Name stammt aus dem Slawischen und bezeichnet einen hoch gelegenen Ort. Tatsächlich liegt Weißack etwas höher als die Siedlungen in seiner Umgebung und auf der höchsten Stelle des Ortes stand einmal seine Kirche. Stand, denn 1980 wurde das Bauwerk abgerissen. Geblieben sind nur ein Stück unregelmäßiges Feldsteinmauerwerk mit drei Grabtafeln, ein freistehender Glockenstuhl und ein Gedenkstein. Zum Glück dokumentieren aber die „Kunstdenkmäler” des Jahres 1917 den damaligen Zustand.

Schon zu dieser Zeit war das, sicher aus dem späteren Mittelalter – dafür steht das unregelmäßige Mauerwerk – stammende, Gotteshaus stark verändert. Es handelte sich um einen langgestreckten Rechtecksaal. Im Westen war diesem ein neuzeitlicher Fachwerkturm ohne Verbindung mit dem Schiff vorgesetzt. Jeweils auf der Süd- und Nordseite befanden sich Logenanbauten aus Backstein.

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Grundriss-blau      ursprüngliche Bausubstanz
Grundriss-gelb      spätere Veränderungen

Grundriss Dorfkirche Weißack
Umzeichnung nach: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 5.1. Kreis Luckau. 1917

Ob die Fenster ihre ursprüngliche Form bewahrt haben lässt sich nicht genau sagen. Grundriss und Foto entnimmt man, dass es sowohl an den Seiten wie auch im Osten längliche Spitzbogenfenster im gestuften Gewänden waren. Der Ostschluss zeigt dabei nur 2 dieser Öffnungen anstelle der sonst üblichen Dreifenstergruppe. Allerdings lässt sich dies bei spätmittelalterlichen Bauten häufiger beobachten. Die damals aufkommenden Hochaltäre nahmen dem Mittelfenster seinen Sinn.
Zusammengefasst handelte es sich also um eine einfache spätgotische Kirche, die in der Zeit des Barock stark überformt wurde.

Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 5.1. Kreis Luckau. 1917.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …