Trebbus

Landkreis Elbe-Elster

Trebbus: Feldsteinkirche mit spätgotischem Turmoberteil

Im Jahr 1354 tritt ein Her Heynrich, der pharrer zcu Trebus als Zeuge auf. Später, 1373 erfahren wir, dass das Dorf dem nahen Kloster Doberlug gehört. Doch schon sehr früh, nämlich 1004 erscheint der Ort unter dem Namen Triebus, eine aus dem Slawischen kommende Bezeichnung für eine Rodungssiedlung.
Querrechteckiger Westturm, kurzes Schiff und ungewöhnlich langer Chor mit geradem Ostabschluss charakterisieren das Bauwerk. Errichtet wurde es wohl in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts aus Lagen relativ regelmäßiger Feldsteinquader, wobei die Qualität in oberen Bereichen, besonders des Turms, deutlich nachlässt. Das allerdings kann die Folge notwendiger Ausbesserungen nach möglichen Zerstörungen während der Hussitenkriege gewesen sein.

Schmale hohe Lanzetfenster im Osten

An der Nordseite des Chors findet sich eine Sakristei, errichtet wohl um 1300. Das Backsteinoberteil des Turms mit Glockengeschoss, Schallöffnungen und Blenden stammt aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, der Dachreiter mit seiner Schweifhaube aus dem Jahr 1710. Zwei gestaffelte Spitzbogenportale haben sich auf der Südseite erhalten. Die Fenster von Schiff und Chor wurden zu einem späteren Zeitpunkt vergrößert. Ob die Dreifenstergruppe des Ostabschlusses den ursprünglichen Zustand widerspiegelt ist ungewiss aber möglich. Jüngeren Datums, vielleicht zeitgleich mit dem spätgotischen Glockengeschoss, dürfte der Okulus im Giebel darüber sein.
Die hölzerne Innenausstattung stammt zumeist aus dem Barock. Umfassende Restaurierungsarbeiten fanden im Jahr 1906 statt.

nach:

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …