Nieder Neuendorf

Landkreis Oberhavel

niederneuendorf_nordost

Erstmals erwähnt wird Nyendorff im Jahr 1375. Der Zusatz „Nieder“ taucht dann erst 1701 auf. Er wurde zur Unterscheidung vom höher gelegenen Hohen Neudorf eingeführt.
Nieder Neuendorfs Kirche besteht aus eingezogenem Westturm und Schiff mit geradem Ostabschluss. Der untere Bereich des Turms zeigt, wie auch das Schiff, soweit durch den neuzeitlichen Verputz noch sichtbar, eine gewisse Lagigkeit der einfach gespaltenen Feldsteine. Deutlich erkennbar am Turm sind noch die wohl mittelalterlichen Fugenritzungen im steinsichtigen Putz. Darüber wurde das Bauglied bis zu einem Putzband unter dem Gesims in Backstein ausgeführt. Die Ziegel liegen im sogenannten Brandenburger Verbund, bei dem auf zwei Läufer jeweils ein Binder folgt. Schon fast gerundet sind die Abschlüsse der Schallöffnungen. An Nord- und Südseite werden sie jeweils paarig unter einer Spitzbogenblende vereint. Die einzelne Öffnung im Westen flankieren zwei Kreisblenden.

Einziger Zugang ist das in einer großen Spitzbogenblende gelegene Spitzbogenportal im Westen.
Sämtliche Fenster wurden verändert, und der Bau nach Osten verlängert. Wo früher der mittelalterliche Rechtecksaal endete sieht man heute deutlich auf der Nordseite. Hier zeigen sich auch die Spuren eines vermauerten Zugangs noch im mittelalterlichen Bereich. Möglicherweise befand sich hier einst eine Sakristei.
Ausgehend vom Mauerwerk dürfte das Schiff kaum vor dem 14. Jahrhundert, vielleicht auch erst zu Beginn des 15. entstanden sein. Der Turm, jedenfalls sein Ziegeloberbau, kam wohl erst im 16. Jahrhundert dazu. Nach Zerstörungen, vielleicht im Dreißigjährigen Krieg, wurde die Kirche gegen Anfang des 18. Jahrhunderts wieder aufgebaut und nach Osten verlängert. Die heutigen Stichbogenfenster entstanden bei einem Umbau im Jahr 1846.

nach:

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2012.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …