Klein Döbbern

Landkreis Spree-Neiße

Der polygonale Ostschluss ist neuzeitlich wie auch Turm und Südanbau
Der polygonale Ostschluss ist neuzeitlich wie auch Turm und Südanbau

Ein Parva Dobryn erscheint 1346 erstmals in der Überlieferung. 1457 spricht eine Quelle vom Cleynen Doberin. Der sich aus dem Slawischen ableitende Name geht auf eine Person namens Dobra zurück. Vielleicht handelt es sich dabei um den Gründer.
Die Kirche besteht aus einem eingezogenen, verputzten, neuzeitlichen Turm sowie Schiff mit Dreiseitenschluss im Osten. Auf der Südseite trifft man auf eine verputzte Eingangshalle. Im Norden führt eine moderne Backsteintreppe in eine Gruft. Das Schiff besteht vollständig aus Backstein. Deutlich erkennt man an einer Baunaht, dass es neuzeitlich nach Osten verlängert wurde und dabei seinen polygonalen Chorschluss erhielt. Über dem Zugang zur Gruft zeigen sich die Reste eines Vorbaus.

Sämtliche Fenster wurden verändert. Auf der Südseite findet sich noch ein vormals repräsentatives Spitzbogenportal. Dieses wird zusätzlich durch den über ihm angebrachten Fries aus Deutschem Band und Zackenfries hervorgehoben. Rechts davon sind zahlreiche Schälchen zu beobachten. Bei diesem an einer ganzen Reihe von Backsteinkirchen bzw. Bauteilen aus Backstein vor allem neben Portalen auftretendem Phänomen wird angenommen, dass die Gläubigen dem durch Bohren gewonnenem Staub eine heilende oder schützende Wirkung zuschrieben. Zwei weitere Steine mit Schälchen befinden sich im westlichen Bereich der Nordseite. Da gerade hier einige Ausbesserungen im Mauerwerk zu sehen sind scheinen sie sekundär verbaut.
Tatsächlich hat man es beim westlichen Teil des Schiffs mit einer Kirche wohl vom Ende des 13. Jahrhunderts zu tun. Ihre heutige Gestalt erhielt sie hauptsächlich während Umbauten im Jahr 1680. Damals wurde sie nach Osten verlängert und bekam den heutigen Schluss. Gleichzeitig wurde die Südvorhalle errichtet und die Öffnungen verändert. Der heutige Westturm entstand erst in den Jahren 1794/95. Kurz vor Kriegsende 1945 bis auf die Grundmauern zerstört erfolgte der Wiederaufbau 1950/51. Der Innenraum wurde 1998 restauriert.

nach:

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005.

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …