Gräningen

Landkreis Havelland

Vollkommen unter dem barocken Putz verschwunden: Die gotische Dorfkirche von Gräningen
Vollkommen unter dem barocken Putz verschwunden: Die gotische Dorfkirche von Gräningen

Erstmals erwähnt wird er Ort 1375 unter den Namen Grenigenk und Grenynge, wohl eine Übertragung vom flandrischen Greveningen. Damals verzeichnet das Landbuch die relativ geringe Landausstattung von 25 Hufen, von denen 2 zur Pfarrstelle gehören.
Die mittelalterliche Herkunft der Gräninger Dorfkirche bleibt dem flüchtigen Betrachter vollkommen verborgen. Die ist einer umfassenden Umgestaltung in den Jahren 1734-36 geschuldet. Der Feldsteinbau verschwand unter einer barocken Putzschicht. Seine Fenster wurden rechteckig vergrößert. Aus dieser Zeit scheinen auch die Strebepfeiler im Osten und der dazwischen liegende Anbau zu stammen.

Faste einziger Hinweis auf das tatsächliche Alter: Ein zugesetztes Spitzbogenportal
Faste einziger Hinweis auf das tatsächliche Alter: Ein zugesetztes Spitzbogenportal

1910 wird dann auch noch der eingezogene Turm im Westen angefügt und das Spitzbogenportal auf der Südseite zugesetzt. Dieses und der eigentliche Grundriss der Kirche – sie besteht aus Schiff und eingezogenem Chor mit geradem Ostabschluss – sind die einzigen Anhaltspunkte dafür, dass wir es hier mit einem Bauwerk aus dem 15., 14. oder vielleicht im Kern sogar 13. Jahrhundert zu tun haben. Klarheit könnte nur eine eingehende Untersuchung des unter dem Putz verborgenen Mauerwerks liefern.
Im Innern findet sich ein Kanzelaltar, der auf 1732 datiert wird. Ansonsten stammt die Ausstattung vom Umbau des Jahres 1910.

nach:

Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. II, 1. Kreis Westhavelland. 1913.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.

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