Banzendorf

Landkreis Ostprignitz-Ruppin

Schwer zeitlich einzuordnen: Die kleine Banzendorfer Kirche
Schwer zeitlich einzuordnen: Die kleine Banzendorfer Kirche

1365 wird Banzendorp erstmals erwähnt. Benannt ist es wohl nach einem Mann mit dem slawischen Personennamen Bansche oder Bandsa.
Der kleine vom Friedhof umgebene Rechtecksaal steht hier als Beispiel dafür, das Feldsteinarchitektur in der Mark sich nicht unbedingt auf das Mittelalter beschränken muss und eine genaue zeitliche Einordnung der Bauwerke auf den ersten Blick erhebliche Schwierigkeiten bereiten kann.

Die Kirche wurde auf einem groben, hervortretenden Fundament aus verschiedengroßen Feldsteinen errichtet. Ihr Mauerwerk besteht ebenfalls aus unregelmäßigen Feldsteinen, ist sehr stark mit Ziegelbruch durchsetzt und weist zahlreich Ausbesserungen auf. Im Osten befindet sich ein holzverkleidetes Läutwerk, an der Westseite sind Spuren schwer zu deutender baulicher Veränderungen zu beobachten. Beide Giebel sind verputzt, der östliche zeigt in drei Etagen eine Folge von Fenstern und Blenden. Spuren von Umbauten weisen die Fenster und das Portal auf der Südseite auf. Alle Öffnungen besitzen Rundbogenabschlüsse.
Nach den „Kunstdenkmälern“ war die Kirche verputzt und besaß einen quadratischen Westturm aus Fachwerk mit einem verbretterten Pyramidendach, das eine Wetterfahne mit der Jahreszahl 1640 trug. Dieser Turm ist heute genau wie die Putzschicht und der Spitzbogen des Friedhofsportals verschwunden.
Eine sichere Datierung des Bauwerks ist somit fast unmöglich, bezieht sich z.B. doch die Jahreszahl 1640 mit Sicherheit nur auf den nicht mehr vorhandenen Turm, wenn nicht sogar nur auf eine Erneuerung desselben. Auch wenn am Saal keine direkten mittelalterlichen Merkmale mehr erkennbar sind, so ist ein spätmittelalterlicher Kern auf Grund der Mauerwerksqualität nicht unbedingt auszuschließen.

nach:

Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005.

Zeitreisen in der Mark Brandenburg und anderswo …