Wittstock
Uckermark
1298 taucht wizstocke in den Quellen erstmals auf. Mit 80 Hufen hat der Ort
eine ungewöhnlich große Ausstattung. Allerdings ist davon zur Zeit des Landbuch Kaiser Karls IV. nur
noch die Hälfte besetzt und es scheint weiter bergab zu gehen. Wittstock wird eins der Opfer des
spätmittelalterlichen Wüstungsprozesses. Zwar haben hier im 15. Jahrhundert die von Holzendorf ihren
Sitz, die Feldmark aber wird um das Jahr 1500 als wüst geführt, das Dorf verschwindet völlig und die
Kirche wird zur romantischen Ruine..
Blick von Osten auf den Turm, dessen Reste sich noch am höchsten erheben
Hier war einst die Priesterpforte. Die Gewände der Portale wurden alle herausgebrochen
Rundstab als Schmuckelement an einem früheren Fenster auf der Nordseite
Zu großen Teilen erhalten: Die Feldsteinmauer des Wittstocker Friedhofs
Mitten in den Feldern, umgeben von der verfallenden ehemaligen Friedhofsmauer liegen die Reste
der Wittstocker Kirche. Das Bauwerk steht leicht erhöht in der Landschaft. So könnte sich auch
der Ortname erklären, der aus dem Slawischen stammt und eine hochgelegene Siedlung bezeichnet.
Von den Mauern des Gotteshauses hat sich genug erhalten um sowohl etwas über ihren Grundriss wie
auch einige architektonische Details auszusagen. Sie bestand aus querrechteckigen schiffsbreiten
Westturm und Saal mit geradem Ostabschluss. Große Teile der Außenmauern zeigen noch das regelmäßige
Feldsteinmauerwerk, wie es im 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts üblich war.
Besonders hoch ragt noch die Westfront empor. Das Gewände des dortigen Portals wurde genau so
herausgebrochen wie das der beiden Portale im Süden und des Zugangs im Norden. Allerdings kann man
mit einiger Sicherheit gerade hier einen repräsentativen Charakter annehmen, vielleicht erricht durch
seine mögliche mehrstufige Ausführung. Dies würde gut zu dem darüber befindlichen Schlitzfenster und
besonders zu den beiden großen Feldsteinblenden passen. Diese ein Schmuckelement, das nicht allzu oft
an ländlicher Kirchenarchitektur auftritt.
Weiterhin auffällig ist ein hoher Anteil an Backstein auf der Nordseite, wo sich sogar Reste von
Rundstäben an einer ehemaligen Fensteröffnung finden. So zeigt sich in der Summe einiger repräsentativer
Aufwand, der gut zur ursprünglich üppigen Hufenausstattung des Dorfes passt. Vor dem Untergang hat
es dieses aber nicht bewahrt.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.2. Kreis Templin. 1937.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.