Repräsentatives Zweistufenportal im Westen
Ostwand mit Resten der ehemaligen Dreifenstergruppe und Blendgruppe im Giebel. Die Vorhalle
im Süden wurde um 1700 angebaut
Das Gotteshaus, errichtet aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk, umzieht ein gefaster Sockel. Im
Süden wurde eine Fachwerkhalle eingefügt, das Läutwerk befindet sich in einem ähnlichen Bau vor
der Ostwand. Auf der Nordseite lassen sich Spuren eines abgerissenen Sakristeianbaus beobachten.
Alle Fenster wurden rundbogig verändert und besitzen Backsteingewände. Teilweise sind aber noch die
Reste der ursprünglichen Öffnungen erkennbar. Im Osten ist die ehemalige Dreifenstergruppe noch zu
erkennen. Im Giebel darüber findet sich eine gestaffelte und dessen Form angepasste Blendengruppe.
Auf der Westseite liegt ein repräsentatives Zweistufenportal. Das Gemeindeportal auf der Südseite ist
vermauert, die Priesterpforte daneben verbirgt sich hinter dem Anbau.
Durch diese und die sie verschließende Holztür, laut Inschrift aus dem Jahr 1580 gelangt man in den
bemerkenswerten Innenraum der Kirche. Hier fällt im Westen der große spitzbogige Verbindungsbogen
zur Turmhalle auf – später vermauert und durch eine kleine Tür ersetzt. Die Wände werden von einer
größerer farbiger und kleiner schwarzer Weihekreuze geschmückt. Letztere wurden erst, zusammen mit
Resten figürlicher Malereien, bei Restaurationsarbeiten nach einem Brand im Jahr 1990 aufgedeckt.
Öffnete sich einst weit zur Turmhalle: Der Spitzbogen im Westen
Kruzifix vom Anfang des 16. Jahrhunderts
Holztür mit Eisenbeschlägen von 1580
Eins der erst 1990 entdeckten kleinen Weihekreuze - vermutlich noch aus dem 13. Jahrhundert
Größter Schatz der Thomsdorfer Kirche dürfte ihr spätgotischer Flügelaltar sein. Der Schrein zeigt
Maria im Strahlenkranz, flankiert von der Heiligen Katharina und einem Bischof. In den seitlichen
Flügeln finden sich je 6 männliche und weibliche Heilige, z.T. durch Attribute identifiziert als:
Georg, Barbara, Dorothea, Antonius, Margaretha, Maria, Magdalena, Jakobus und Petrus. Über dem Altar,
der Ende des 15. Jahrhunderts entstand und in den Jahren 1948-50 restauriert wurde, erhebt sich
ein Kruzifix vom Anfang des 16. Jahrhunderts.
Mauerwerksausführung und Form der Portale erlauben eine Einordnung des Baus in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Um 1700 fanden entscheidende Veränderungen statt. Man entfernte den Turmaufsatz und vergrößerte die Fenster.
Gleichzeitig wurde die Eingangshalle im Süden errichtet.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.2. Kreis Templin. 1937.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005