Strehlow
Uckermark
Erstmalig erwähnt wird das durch Gutsbildung deformierte Angerdorf im Jahr 1317. Sein Name leitet
sich vom slawischen „strele“ – Pfeil, Spitze, auch die Spitze, die beim Zusammenfluss zweier Gewässer
entsteht, ab. Denn tatsächlich mündet hier ein Bach in die Ucker. 1375 verfügt Strehlow laut Landbuch
über 52 Hufen und 3 Pfarrhufen.
Der Kirche sieht man die schweren Schäden durch Krieg und Nachkrieg heute nicht mehr an. Im April
1945 wurde das Gebäude durch eine Fliegerbombe getroffen und brannte vollständig aus. Es blieben nur
die Umfassungsmauern und das Gewölbe der Sakristei erhalten. Weitere Schäden brachte die Nachkriegszeit,
als die Kirche quasi als Steinbruch diente. Was dann folgte war ein jahrzehntelanger Verfall, bis Dr.
Dietrich R. Kettelhack aus Borken in Westfalen 2005 das Gemäuer erwarb. Er entstammte einem Zweig der
Familie, die in den Jahren 1463-1759 das Patronat über die Strehlower Kirche ausübte. Zusammen mit
der Agrargesellschaft Potzlow und anderen engagierten Mitbürgern gelang Rettung und Wiederaufbau.
Das Gebäude wurde so zu einem Multifunktionszentrum für das ländliche Umland. Schon im Juli 2006
konnte der Glockenturm übergeben werden. Dr. Kettelhack erlebte den Abschluss der Arbeiten nicht mehr.
Ein Gedenktafel erinnert heute an sein beispielhaftes Wirken.
Die Sakristei auf der Nordseite: Der umlaufende Sockel deutet auf eine zeitgleiche Errichtung
mit dem Schiff
Zu Beginn unseres Jahrtausends nur eine Ruine und heute wie neu: Die Kirche von Strehlow
Die Kirche präsentiert sich als Rechecksaal mit querrechteckigem Westturm. Die unteren Lagen des
regelmäßigen Feldsteinmauerwerks treten klar als das gesamte Gebäude und auch die Sakristei umziehender
Sockel hervor, dessen obere Lage abgeschrägt ist. Dies deutet auf eine zeitgleiche Errichtung aller
drei Bauteile. An der Nordwestecke finden sich noch Putzreste mit Fugenritzung.
Ein dreistufiges repräsentatives Spitzbogenportal schmückt die Westfront. Und auch auf der Südseite befindet
sich ein zweistufig gestalteter Zugang. Selbst die Sakristei ist an ihrer Ostseite mit einer derartigen Öffnung
ausgestattet, die wohl gleichzeitig als Priesterpforte diente. Über der Dreifenstergruppe des Ostabschlusses
befinden sich ein großer Okulus und zwei Blendfenster. Die Fenster im Osten und am Schiff scheinen ihre
ursprünglichen Formen und Maße behalten zu haben. Mit Ausnahme des Turms bzw. dessen Haube scheinen
barocke Umbauten hier zu fehlen. Einen überdurchschnittlichen Aufwand bei der Errichtung der Kirche
deuten die drei abgestuften Portale an.
Grundriss, Mauerwerksausführung, Portale und Fenster weisen den Bau ziemlich eindeutig ins 13.
Jahrhundert. Nachweisbare Umbauten und Restaurierungsarbeiten erfolgten im 18. und 19. Jahrhundert,
so die Aufsetzung der barocken Kirchturmhaube unter dem Patronat derer von Kettelhack im Jahr 1747.
Aufwändiges Spitzbogenportal an der Westseite
Erhaltene mittelalterliche Fugenritzung an der Nordwestecke
Auch nicht ohne Aufwand: Die Ostseite mit Okulus und Blendfenstern
nach:
Historisches Ortslexikon für Brandenburg. VIII. Uckermark 1986
Fischer 2005
Informationstafeln am Gebäude