Stegelitz
Uckermark
Henricus de Stegelitz wird erstmals 1248 erwähnt. Er stiftet 1269 bei diesem
Ort das Benediktinerinnenkloster Marienpforte, welches 1281 dann mit dem von den Markgrafen gegründeten
Boitzenburg vereinigt wird. Beim Namen des Dorfes dürfte es sich um eine Übertragung aus der Altmark handeln.
Wer ein Kloster gründet, muss über die entsprechenden Mittel verfügen. Das dürfte bei Heinrich der Fall gewesen sein.
1375 weist das Landbuch für Stegelitz die stattliche Anzahl von 75 Hufen aus.
Turm über Schiffsbreite und barocker Turmaufsatz aus dem 18. Jahrhundert
Das dreistufige Feldsteiportal in der breiten Turmfassade kann kaum repräsentativer wirken
Stattlich ist auch das Gotteshaus. Der wuchtige querrechteckige Westturm mit seinem dreistufigen
Spitzbogenportal ragt auf beiden Seiten über das Schiff hinaus, dessen Ausmaße beeindrucken. Errichtet
aus regelmäßigen Feldsteinquadern datiert der Bau in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Etwas jünger
ist die Sakristei an der Nordseite.
Im 16. Jahrhundert wird das Schiff eingewölbt. Auch das ist nicht billig. Wie damals häufig, wird der
Raum durch 2 Pfeiler in der Mittelachse geteilt, so dass ein zweischiffiger und dreijochiger Saal entsteht.
Darüber spannen sich Kreuzrippengewölbe. Die Verbauung der Mittelachse nimmt man dabei in Kauf. Gewölbe sind
modern und scheinen Prestige zu bringen.
Umfangreiche Umbauten erfolgen im 18. Jahrhundert. Zwischen 1721 und 1737 werden die Fenster vergrößert
und eine Südvorhalle mit Treppe zur Patronatsloge errichtet. Der Turm erhält seinen Aufsatz. Die Wetterfahne
trägt die Jahreszahl 1734. Im Innern bemerkenswert ist der viergeschossige hölzerne Altaraufbau von 1598.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. III, 3. Kreis Angermünde. 1934.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.