Schwaneberg
Uckermark
Indirekt erscheint der Ort erstmals durch die Nennung eines Henricus de Svaneberch
im Jahr 1239 und dann direkt 1354 als swanenbergh. Es ist ein heraldischer, sich also
auf ein Wappen beziehender Name, übertragen von einem gleichnamigen Dorf im heutigen Sachsen-Anhalt.
Schwanebergs Kirche besteht aus schiffsbreitem Westturm, Schiff und eingezogenem Chor mit geradem Ostabschluss.
Auf der Südseite des Chors befindet sich eine verputzte Eingangshalle mit Fialgiebeln, deren Südwand von zwei
wuchtigen Feldsteinstrebepfeilern gestützt wird.
Schwanebergs Dorfkirche ist ein Bau mit imposanten Ausmaßen
Die typische Dreifenstergruppe auf der Ostseite
Repräsentatives Stufenportal im Westen
Turm Schiff und Chor wurden aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk errichtet. In Traufhöhe des Schiffs ist
am Turm deutlich erkennbar, oberhalb derer die Qualität des Mauerwerks noch etwas höher erscheint als
an den anderen Baugliedern.
Im Westen erfolgt der Zugang über ein großes und repräsentatives dreistufiges Feldsteinportal. Das
Gemeindeportal auf der Südseite ist zugesetzt. Ein weiteres vermauertes Portal liegt auf der Nordseite
des Schiffs. Die Seitenfenster von Schiff und Chor scheinen nach unten verlängert worden zu sein. Darauf
deuten die jeweiligen Backsteinpartien der Gewände.
Vollständig verputzt ist die Ostwand. Hier findet sich die übliche Dreifenstergruppe. Allerdings sind die
korbbogigen Abschlüsse der äußeren Fenster ein Hinweis auf mögliche barockzeitliche Veränderungen.
Nach Grundriss und Mauerwerksausführung gehört das Bauwerk wohl in die 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts.
Der Turm, ursprünglich nur bis in Schiffshöhe aus Feldstein muss kurze Zeit nach Fertigstellung des Gebäudes
auf seine jetzige Höhe gebracht worden sein. Möglich, dass dabei ein niedrigeres Glockengeschoss aus Fachwerk
ersetzt wurde.
Aus dem 16. Jahrhundert dürfte die Vorhalle stammen, ihre Strebepfeiler aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Die Schallöffnungen des Turms bekamen ihre heutige Form erst 1900.
Im Innern ist der Triumphbogen spitzbogig und ebenso der allerdings zugesetzte Verbindungsbogen zwischen
Turm und Schiff. In der Ostwand findet sich eine Sakramentsnische. Zur weiteren Ausstattung gehört noch
ein hölzernes Kruzifix aus der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005.