Mittenwalde
Uckermark
Das durch Gutsbildung deformierte Angerdorf wird 1365 erstmals indirekt erwähnt. Auf einer Urkunde
erscheint ein Henninghus de Middewold Der Name deutet so auf eine Rodungssiedlung
„mitten im Walde“. Nach Ausweis des Landbuchs verfügt Mittenwalde 1375 über 46 Hufen und 4 Pfarrhufen.
Bei seiner Kirche handelt es sich um einen Saalbau mit querrechteckigem Westturm, der aber, nicht
fertig gestellt, von Außen nicht erkennbar ist. Das Mauerwerk besteht aus Lagen regelmäßiger Feldsteinquader.
Die unteren Lagen treten als umlaufender Sockel hervor, dessen obere Lage abgeschrägt ist. Grundriss und
Mauerwerk erlauben eine Datierung des Baus ins 13. Jahrhundert.
Die Fenster sind nur leicht verändert, auf der Nordseite vielleicht sogar im Originalzustand. Gleiches
gilt für die Dreifenstergruppe, bei der nur die oberen Bögen mit Backstein zugesetzt sind. Auf der
Südseite liegt ein schönes zweistufiges Feldsteinportal, wohl die Priesterpforte. zweistufig und
repräsentativ auch das Westportal an der Turmvorderseite. An der Nordwand des Schiffs ist ein großes
Portal zugesetzt. Die dort ebenfalls vorhandene Sakristei, ein Putzbau auf einem Sockel aus unregelmäßigem
Feldsteinmauerwerk dürfte deutlich jüngeren Datums als die übrige Kirche sein.
Nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg fanden 1698 Erneuerungsarbeiten statt. Aus dieser Zeit stammt
der Kanzelaltar im Inneren.
Auf einem Hügel im Dorf: Die Kirche von Mittenwalde
Fast Unverändert seit dem 13. Jahrhundert: Die Dreifenstergruppe im Osten
Zweistufige Priesterpforte an der Südseite
Mit Akribie ausgemeißelt: Namen und Inschriften auf dem Kriegerdenkmal
nach:
Historisches Ortslexikon für Brandenburg. VIII. Uckermark 1986
Fischer 2005