Gandenitz
Uckermark

Im Jahr 1319 wird Gandenitcz erstmals erwähnt. 1325 trafen sich hier Heinrich von
Mecklenburg und Ludwig der Ältere von Brandenburg. Das Landbuch von 1375 verzeichnet für das Dorf 52 Hufen.
Der Ortsname dürfte sich aus dem Slawischen ableiten. Demnach wohnen dort die Leute eines Ganden.
Wirkt durch die Anhebung des Laufhorizonts niedriger als ursprünglich: Das Westportal
Reste von Wandmalereien. Vielleicht ein umlaufender Zierfries
Sakramentsnische in der Ostwand
Durch die Eingangshalle verdecktes Spitzbogenportal auf der Nordseite
Die Gandenitzer Dorfkirche besteht aus querrechteckigem Westturm in Schiffsbreite und Schiff mit geradem
Ostabschluss. Den Westen krönt ein quadratischer Fachwerk-Backstein-Giebelturm mit Pyramidendach. Wie die
Vergrößerung der seitlichen Fenster lässt dieser sich wohl in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts datieren.
Errichtet wurde die Kirche aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk. Das der wesentlich jüngeren Eingangshalle
auf der Nordseite ist dagegen unregelmäßig. Sie verdeckt ein Spitzbogenportal. Ein weiterer – vermauerter – Zugang
findet sich auf der Südseite. Einen repräsentativen Eindruck vermittelt das zweistufige Portal im Westen.
Die Erhöhung des Laufhorizonts lässt es niedriger erscheinen als es ursprünglich war. Im Osten haben die äußeren
Fenster der Dreifenstergruppe ihre frühere Form bewahrt während das Mittlere, wie bei vielen Kirchenbauten, zugesetzt
wurde. Im Giebel darüber findet sich ein Okulus.
Auffällig im Innern des flachgedeckten Kirchenraums sind die an 2 Stellen freigelegten Reste einer Wandbemalung – vielleicht
ein umlaufender ornamentaler Fries. Turm und Schiff verband früher ein jetzt vermauerter Spitzbogendurchgang. In der
Ostwand findet sich eine Sakramentsnische.
Nach Mauerwerksausführung, Grundriss und Form der im ursprünglichen Zustand gebliebenen Portale und Fenster
dürfte das Bauwerk noch im 13. Jahrhundert, vielleicht auch zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstanden sein.
Spätere Veränderungen sind hauptsächlich barockzeitlich. Das mittelalterliche Erscheinungsbild des Gotteshauses blieb dabei gewahrt.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.2. Kreis Templin. 1937.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.