Fredersdorf
Uckermark
Erst 1540 erscheint das Angerdorf erstmalig als Fredrickstorff im
Landregister, ist aber wesentlich älter. Darauf weist schon seine Kirche hin, ein Rechtecksaal
mit eingezogenem Chor und geradem Ostabschluss, errichtet aus regelmäßigen Feldsteinquadern.
Grundriss und Mauerwerk weisen so eindeutig ins 13. Jahrhundert. Über dem Westgiebel erhebt
sich ein nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg 1703 hinzu gefügter Dachturm. Dieser ist
an 3 Seiten verbrettert, während die Westseite aus Feldstein mit dem Giebel eine Einheit bildet.
Bekrönt wird er von einer Wetterfahne mit der Jahreszahl 1793. Aus der Ursprungszeit stammt das
Feldsteinportal und der darüber liegende Okulus. Ab Traufhöhe bestehen Giebel und Teile der
westlichen Turmwand zwar auch aus sorgfältig bearbeiteten Feldsteinlagen, unterscheiden sich
aber deutlich von Chor und Schiff. Somit scheint auch die dortige Blendengruppe einer späteren
Bauphase anzugehören.
Die Südseite weist im westlichen Teil des Schiffs ein vermauertes Spitzbogenportal und am Chor
einen kleinen Fachwerkanbau auf. Im Osten findet sich eine Dreifenstergruppe, deren Fenster aber,
wie alle anderen auch, vergrößert wurden.
Schiff und Chor verbindet im inneren ein spitzbogiger Triumphbogen. Zum Schnitzaltar gehören
eine Anna Selbdritt zwischen Katharina und heiligem Bischof. Der Altaraufsatz entstammt der Zeit
um 1600. Darüber befindet sich ein spätgotisches Kruzifix vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Kanzel,
Gestühl und Empore werden in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert.
Schiff und eingezogener Chor: Die Kirche in Fredersdorf
Vermauerter Gemeindeeingang auf der Südseite
Nicht allgemein üblich: Blenden am Westgiebel
1793: Für unsere französischen Nachbarn ein bedeutendes Jahr
nach:
Historisches Ortslexikon für Brandenburg. VIII. Uckermark 1986
Fischer 2005