Flieth
Uckermark
1269 wird das Dorf erstmals als marienvlete erwähnt. Das Landbuch Kaiser
Karl IV. weist 1375 für Vlyte die stattliche Zahl von 62 Hufen aus. Der
Name kommt vom heute Stiergraben genannten Bächlein, das in den Oberuckersee mündet und vom nahe,
am Nordende des Sees liegenden Zisterzienserinnenkloster Marienpforte.
Barock umgebaut und am Ende des letzten Krieges ausgebrannt: Dorfkirche Flieth von Südwesten
Vermauertes Spitzbogenportal mit Begleitbogen auf der Südseite
Nur noch in Ansätzen erkennbar: Das ehemalige Feldsteinportal der Turmwestseite
Heute ist das Fliether Gotteshaus nur noch eine Ruine. Wie manch andere Kirche wurde auch
diese bei den letzten Kämpfen 1945 in Mitleidenschaft gezogen und brannte völlig aus. Sie besteht
aus über Schiffsbreite hinausragenden Westturm und nach Osten verlängertem Schiff mit 5/8-Chorschluss.
Die barocken Umbauten erfolgten wohl hauptsächlich in den Jahren 1713/14. Neben der Verlängerung des
Schiffs wurden auch die seitlichen Fenster rundbogig vergrößert und der heutige Turmaufsatz errichtet.
Das gesamte Gebäude erhielt seinen Verputzt mit rustifizierten Ecklisenen. Ein weiterer Ausbau erfolgte
noch in der Zeit von 1863/64.
Durch Zerstörung und Verfall treten nach und nach die mittelalterlichen Elemente wieder ans Tageslicht.
Turm wie auch Schiff wurden aus regelmäßigen Feldsteinmauerwerk errichtet. Über den vormaligen Ostabschluss
lässt sich durch den Umbau nichts sagen. Möglich, dass sich an das Schiff einmal ein eingezogener Chor
anschloss. Auf der Südseite findet sich ein auffallend großes mit Backstein vermauertes Gemeindeportal
mit Begleitbogen. Im Westen wurde der Zugang zwar vollkommen umgestaltet, die Reste des mittelalterlichen
Gewändes, auch hier mit Begleitbogen sind auf der Nordseite aber noch erkennbar.
Die ursprünglichen Maße des Gebäudes wie auch die doch repräsentativen Formen der Feldsteinportale,
soweit noch erkennbar, gehen gut mit der großzügigen Hufenausstattung des Dorfes zusammen. Grundriss
und Mauerwerksausführung sprechen für die Errichtung des Gebäudes im 13. oder frühen 14. Jahrhundert.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. 3.1. Kreis Prenzlau. 1921.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005