Flemsdorf
Uckermark

Vlemindorp wird im Jahr 1293 erstmals erwähnt. 1354/55 gehört Vlemyschdorph
zu den Dörfern, die nicht an Pommern abgetreten werden. Der Name weist mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
auf die Herkunft wenigstens eines Teils der Siedler, die den Ort gründeten.
Die hiesige Kirche besteht aus, wenn auch von Außen nicht sichtbaren, querrechteckigen Westturm in
Schiffsbreite und Schiff mit geradem Ostabschluss. Im Westen erhebt sich ein quadratisches eingezogenes
Turmoberteil mit Pyramidendach. Auf der Nordseite sind deutlich die Spuren eines verschwundenen Anbaus,
wohl einer Sakristei, sichtbar. Turm und Schiff wurden aus regelmäßigem Feldsteinmauerwerk errichtet.
Kein schiefer Turm aber ein schiefes Portal schmückt die Flemsdorfer Kirche - Folgen einer Ausbesserung
Dreifenstergruppe mit Feldsteinblendschmuck darüber im Osten
Im Westen erfolgt der Zugang über ein dreistufiges spitzbogiges Feldsteinportal mit Begleitbogen.
Die äußere Stufe wirkt durch eine spätere etwas ungeschickte Ausbesserung extrem schief. Gleich
drei spitzbogige Zugänge finden sich auf der Südseite. Etwas ungewöhnlich ist dabei die kleine
Pforte im Westen. Sie wirkt wie nachträglich eingefügt. Daneben liegt – vermauert – das große
Gemeindeportal gefolgt von der zweistufige Priesterpforte. Beide letztgenannten weisen wie das
Westportal Begleitbögen auf und zeigen einen deutlich repräsentativen Charakter.
Wohl kaum verändert sind die Lanzetten an den Seitenwänden des Schiffs wie auch die Öffnungen der
Dreifenstergruppe im Osten. Über dieser trifft man im unregelmäßig aufgemauerten Giebel, der wohl
erst im späten Mittelalter entstand, auf einen kleinen Okulus und mehrere Reihen von spitzbogigen
Feldsteinblenden.
Im Innern sei auf eine hölzerne Pieta vom Ende des 14. Jahrhunderts verwiesen.
Mauerwerksausführung und Form der Öffnungen deutet auf eine Errichtung des Bauwerks in der 2. Hälfte
des 13. Jahrhunderts. Veränderungen im späten Mittelalter könnten der Westgiebel und die kleine
Pforte auf der Südseite sein. Lediglich im 19. Jahrhundert bekam die Kirche ihren heutigen
Turmaufsatz. Damit hat das Bauwerk zu großen Teilen sein ursprüngliches Aussehen bewahrt.
nach:
Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. III, 3. Kreis Angermünde. 1934.
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin.