Der Name Fergitz kommt aus dem Slawischen und bedeutet ungefähr Oberlauf oder Obersee. So dürfte
der ursprüngliche Name des Oberuckersees auf die an seinem Ufer liegende Siedlung übergegangen sein.
Deren Ursprung wieder könnte auf der mitten im See liegenden Burgwallinsel zu finden sein. Dort nämlich
bestand im 11./12. Jahrhundert eine slawische Burganlage, die kurzzeitig sogar mit einer durch den
gesamten See führenden Brücke verbunden war.
Später dann liegt das 1354 als Verckwitz erstmals erwähnte Dorf an seiner
heutigen Stelle auf dem Festland und ist einer der Burgorte, die in diesem Jahr von Pommern an
Brandenburg gehen.
Nach dem Landbuch von 1375 verfügt das heute durch Gutsbildung verformte Straßendorf
Verbetz über 53 Hufen, 4 Pfarrhufen und 2 Kirchenhufen.
Backsteinkirche Fergitz von Nordosten
Dreifenstergruppe und Blendgiebel: Backsteinarchitektur auf Feldsteinsockel
Das Gotteshaus, eine der relativ seltenen mittelalterlichen Backsteinkirchen im ländlichen Raum
ist ein einfacher Saal mit querrechteckigem Westturm.
Dieser Turm allerdings ist neueren Datums, wie
man unschwer am kleineren Format der verwendeten Ziegel erkennen kann. 1727 und 1866 waren Neubauten
wegen drohender Einsturzgefahr notwendig. Der zugesetzte Spitzbogen im Kircheninneren, der einst
Schiff und Turm verband ist turmseitig noch vorhanden. Zeitgleich mit dem Schiff könnte die Sakristei
entstanden sein. Darauf deutet der ebenfalls spitzbogige Durchgang. Bedeutend jünger ist die kleine
Fachwerk-Ziegel-Eingangshalle im Süden. Sie ähnelt stark dem Oberbau des Turms und dürfte dem 19.
Jahrhundert angehören.
Alle Fenster des Schiffs wie auch die beiden äußeren Fenster der Dreifenstergruppe des Ostgiebels
sind neuzeitlich verändert. Nur das mittlere Fenster dort vermittelt noch einen Eindruck des
ursprünglichen Zustands. Die Datierungsansätze für den Bau schwanken zwischen dem Ende des 13.
Jahrhunderts (Schuhmann 2004) und dem 15. Jahrhundert.
Zugesetzte Verbindung zwischen Turm und Schiff
Schmales Lanzettfenster - hier in der Backsteinvariante
nach:
Historisches Ortslexikon für Brandenburg. VIII. Uckermark 1986
Fischer 2005