Blankenfelde
Berlin
Ein Johann de Blankenfelde ist 1284 als Ratsmitglied in Berlin bezeugt. Gut
ein Jahrhundert später, 1375, verfügt Blankenfelde laut Landbuch über 54 Hufen, von denen 4 zur Pfarre
und eine zur Kirche gehören. Dieser Besitz sollte sich in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts noch auf 62
Hufen erhöhen, während in Folge des Dreißigjährigen Krieges 1652 fast das gesamte Dorf wüst gefallen war.
Das Gotteshaus ist ein einfache Rechtecksaal, errichtet aus unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk. Bei Restaurierungsarbeiten
1938-41 wurden die neuzeitlich veränderten Fenster wieder in ihre alte Form gebracht. Ungewöhnlich ist bei ihnen, dass sie
im oberen Teil nicht mit einem Rund- oder Spitzbogen abschließen, sondern eher spitzwinklig.
Im Ostgiebel, den gestaffelte Flachbogenblenden zieren, fand sich ein Holzstück, von dem das Dendrodatum 1406
gewonnen werden konnte. Barock ist der Anbau im Süden und ebenfalls neuzeitlich der Zugang im Westen.
Alle wesentlichen Details wie Grundriss, Fensterform und Mauerwerksausführung sowie die Dendrodatierung sprechen
für eine Errichtung um die Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert.
Ostgiebel mit Dreifenstergruppe und darüber liegenden Blenden
nach:
Friske 2001