Bagemühl
Uckermark
Als indirekter Hinweis auf die Existenz des Dorfes taucht 1260 erstmals ein
Henrico de Bagemile in einer Urkunde auf. 1480 erscheint der Ort dann direkt als Bagemil
und Bagemile. Es ist ein Name, der sich aus dem Slawischen ableitet und
so die Siedlung eines Mannes namens Bogumil bezeichnet.
Vom mittelalterlichen Bauwerk blieben nur Teile der Außenmauern
Spuren eines starken Brandes am Gewände des Portals?
Ursprünglich handelte es sich bei Bagemühls Kirche wohl um einen einfachen Rechtecksaal, errichtet aus
relativ regelmäßigen, teilweise kleinteilig ausgezwicktem Feldsteinmauerwerk. Geblieben sind davon nur
die Nord-, Süd- und Ostwand, sowie im Norden ein zugesetztes Spitzbogenportal. Alles andere verschwand
spätestens bei einem umfassenden Umbau in den Jahren 1875-77. Die Kirche bekam damals eine neue Westwand,
den eingezogenen Turm und die Apsis im Osten. All dies, wie auch die Fenstergewände im Stil der Neogotik
und in rotem Backstein. Aus dieser Zeit stammt auch die Gestaltung des Innenraums und dessen Ausstattung.
Im Kern dürfte es sich bei Bagemühls Gotteshaus um einen Bau des 13. oder frühen 14. Jahrhunderts handeln. Dafür
sprechen das erhaltene Nordportal und die Art der Mauerwerksausführung. Auffällig an dem erwähnten Portal ist
das abgeschliffen wirkende Erscheinungsbild seines Gewändes. Es könnte sich dabei um die Spuren starker
Feuereinwirkungen handeln. Möglich das die Um- und Neubauten im 19. Jahrhundert auch Folge einer Brandkatastrophe
waren.
nach:
Georg Dehio und Gerhard Vinken, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Brandenburg. 2000.
Reinhard E. Fischer, Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin. 2005.